Dick und rund

und im Umbaustress


Die Übelkeit hielt länger an, als dass es für einen Übergenuss von Fruchtshakes üblich ist. Clark schickte mich daher zum Arzt und Molly grinste sowieso nur noch und kicherte vor sich hin: „Na ich kann mir schon denken was das sein wird!“
Und sofern sie dachte, dass ich schwanger bin, lag sie auch goldrichtig damit.
Der Arztbesuch liegt nun schon etwas länger zurück und ich freue mich riesig. Um erwachsener zu wirken laufe ich nun fast immer in schicken Klamotten herum (außerdem passe ich seit einer Weile sowieso nicht mehr in mein Lieblingskleid) und die Hochsteckfrisur gefällt mir auch ausgesprochen gut. Ja und irgendwann stolziere ich mit meinem hübschen Bauch durchs Wohnzimmer als mein Blick auf das alte Zelt fällt. Wo soll das Kind eigentlich schlafen?


Mit meinem künstlerischen Blick renne ich durchs Haus und stelle mir alles Mögliche vor. Das Sofa vielleicht hierhin rücken und die Lampe dorthin? Nach vielem Überlegen und etlichen angefertigten Skizzen bin ich mir sicher: in dieses Haus passt kein Kind! Doch Clark und Molly haben die glorreiche Idee, dass einfach ein bisschen was angebaut werden soll. Sandi soll ihr Zimmer dann für sich alleine haben und dafür gibt’s ein neues Arbeitszimmer. Naja und eben ein Kinderzimmer. Großartige Idee, ich habe schon tausend Einrichtungsvorschläge im Kopf.


Ein paar Tage später lade ich Elena zum Kaffee ein. Sandi wird bald volljährig und da möchte ich ihr natürlich eine riesengroße Party schmeißen und meine Schwester soll mir ein wenig mit der Organisation helfen. Meine Schwester hat dabei auch eine große Überraschung dabei: „Stell dir vor Schwesterherz, ich werde auch Mutter! Ist das nicht cool, dann können unsere Kinder gemeinsam spielen!“ In dem Moment wurde mir endgültig bewusst, dass meine kleine Schwester erwachsen geworden ist und wenige Augenblicke später wurde mir dann auch noch bewusst, dass ich alt werde. Alt und schrumpelig und faltig und hässlich. Zum Glück hat mich Elena abgelenkt mit der Partyplanung.


Durch die ganzen Umbaumaßnahmen kam ich kaum zum Planen der Party. Trotzdem war sie ein voller Erfolg. Alle eingeladenen Gäste sind gekommen und haben tolle Geschenke mitgebracht. Molly hat eine kleine Bar im Garten aufgebaut und eine super süße Geburtstagstorte gebacken. Elena hat lustige Partydekorationen aufgehängt und Knabbereien besorgt. Sandi war hin und weg und als ganz spät auch noch Morti vor der Türe stand und ich dachte, dass jetzt die gute Stimmung vorbei ist, ging es erst richtig los. Er war ja so unheimlich charmant und hat sich öfters entschuldigt als ich zählen konnte. Zum Glück für ihn hatte Sandi zu dem Zeitpunkt schon einige von Mollys Cocktails getrunken und war hin und weg von seinem Gesülze. Ich war es auch, aber bei mir lag das an den Hormonen.

15.12.10 17:46


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Ein neuer Teppich von der Versicherung

und unbezahlte Handwerker


Ich hab mich ins Bett gelegt. Ich war müde und meine Füße taten weh. Zwei oder vielleicht auch drei Stunden später bin ich aufgewacht und aufs Klo gegangen. Seit ich diese Kugel vor mich hinschiebe muss ich dauernd aufs Klo. Jedenfalls hab ich Geräusche aus dem Wohnzimmer gehört und mich schnell wieder angezogen und nachgeguckt: Molly, Sandi und Morti amüsieren sich köstlich in der Küche. Dabei dachte ich, Sandis Geburtstagsfeier sei schon rum. „Aah, da kommd ja un-un-unsere Muddi!“ gröhlt Molly total betrunken. Ich bin entsetzt. Sollte Molly nicht eigentlich ein Vorbild für ihre Tochter sein?


Morti geht zu Boden und durchwühlt die Schränke. Zack – die Tupperschüsselsammlung, die ich von meiner Mutter bekommen habe, landet in der Ecke – Zack – eine Packung Nudeln landet daneben, platzt auf und alle Nudeln fliegen durch die Gegend. Die Sauerei scheint perfekt.
„Ah da sind ja die Marshmallow!“, freut sich Morti und spießt sie auf Schaschlikspieße auf.  Mir wird alles zu viel. Ich gehe ins Schlafzimmer und bin dort keine fünf Minuten bis ich und Clark panisch wieder raus rennen. Die Spieße haben Feuer gefangen, wurden zu heiß und daher einfach fallen gelassen. Wo dann auch der Teppich Feuer gefangen hat. Ich bin fertig mit den Nerven, aber total. Zum Glück kann Clark das Feuer schnell löschen.


Clark hat dann allen gehörig die Meinung gegeigt von wegen großer Gefahr wegen dem Baby und so weiter. Morti war das alles unheimlich unangenehm und so machte er sich sofort mit hochrotem Kopf auf den Nachhauseweg. Sandi stand wegen dem Feuer vollkommen unter Schock und konnte erst mal gar nichts sagen und ihre Stille hält auch noch weitere Wochen an. Morti ließ sich seither auch nicht blicken, aber immerhin konnten wir so ohne Marshmallowzwischenfälle den Umbau meistern. Das Kinderzimmer find ich unglaublich toll und der Schaukelstuhl ist so unglaublich gemütlich, dass ich fast nur noch dort sitze. In wenigen Tagen soll auch der Rest fertig umgebaut sein.


Habe mich gerade bei den Handwerkern bedankt. Alle Fenster wurden ausgetauscht – jetzt sind sie super einbruchsicher und noch dazu zieht es nicht mehr - und auch das neue Zimmer im Obergeschoss ist nun fertig. „Ich hol noch kurz den Geldbeutel von Molly“, meine ich und mache mich auf ins Wohnzimmer. Huch? Was war das. Irgendwie ist mir plötzlich ganz komisch. „Lass dir ruhig Zeit“, flüstert mir Molly zu, die fröhlich mit den Männern flirtet. Aua, das tut alles so weh: „Molly komm schnell! Bitte!“
Molly überblickt die Lage schnell: „Das Baby kommt. Wir müssen dich schnell ins Krankenhaus bringen, Schätzchen!“ Aber ich will das doch jetzt noch gar nicht. Ich bin noch nicht bereit. Hab doch noch gar nicht alle Schwangerschaftsbücher gelesen und Clark ist auch nicht da und die Handwerker wurden noch nicht bezahlt.

11.1.11 12:18


Wirbelwind Junipa

Willkommen auf der Welt mein grüner Schatz.


Molly hat den Handwerkern viel zu viel Geld gegeben, ich habe es genau gesehen, und den Taxifahrer hat sie auch überbezahlt. Trotzdem war ich heilfroh endlich im Krankenhaus zu sein. Plötzlich ging alles ganz schnell, ich hab das alles gar nicht realisieren können. Irgendwann ist auch Clark gekommen und ist ständig auf und ab gesprungen, das hat mich vollkommen nervös gemacht, aber irgendwie auch einwandfrei abgelenkt. Als die Geburt dann richtig losging war mir Clark keine große Hilfe, denn er ist ruck zuck in Ohnmacht gefallen und hat sich dabei böse den Kopf angeschlagen. Darum verließ ich am nächsten Tag das Krankenhaus auch ohne ihn, dafür aber mit unserer süßen und grünen kleinen Tochter Junipa.


Junipa stellte mein Leben schneller auf den Kopf als ich gedacht hätte. Alles war so komplett anders als geplant. Das geplante Lieblingskuscheltier beispielsweise interessierte sie überhaupt nicht, dafür wollte sie unbedingt meinen Teddy vollsabbern. Ich war jedenfalls heilfroh als Clark aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Irgendwie kann er einfach alles, wäre es nicht so unglaublich hilfreich fände ich dies gruselig. Junipa war schlichtweg der ganze Stolz von Clark und dass sie grün war störte ihn kein bisschen, ganz im Gegenteil fand er sie dadurch sogar besonders hübsch.


Anfangs hatte ich bedenken, dass Sandi und Molly sich von Junipas nächtlichem Gebrüll gestört fühlen könnten, sie wohnen zwar eine Etage höher, aber Junipa besitzt ein mächtiges Stimmorgan. Molly ist meistens nachts nicht daheim und bekommt daher selten mit, wenn Junipa sich nachts zu Wort meldet. Manchmal frage ich mich, ob sie überhaupt noch hier wohnt, aber dann sehe ich wieder, dass sie den Kühlschrank aufgefüllt hat und bin beruhigt.
Seit Junipa bei uns im Haus wohnt, vermisst Sandi ihre Mutter kein bisschen und auch sonst wirkt Sandi wie ausgetauscht.

4.2.11 17:46


Frühstück mit Elena

...aber gegessen haben wir nichts


Heute Morgen stand plötzlich Elena vor der Türe. Durch den Babystress hatte ich doch glatt vergessen, dass sie mich besuchen wollten und wir drei Damen anschließend im kleinen Bistro am Stadtpark eine Kleinigkeit essen wollen.
Elena findet mein Nachthemd super süß und ihr ist es egal, dass wir erst später los können, sie will sich sowieso erst einmal ihre kleine Nichte in aller Ruhe anschauen. Zuvor muss ich aber noch ihren großen Bauch bestaunen. In zwei Wochen hat sie auch bereits ihren Endbindungstermin. Wie doch die Zeit vergeht.

Solange ich mich umziehe hält sich Elena natürlich im neuen Kinderzimmer auf. Sie bestaunt Junipas kleine Fingerchen und kleine Zehen: „Habt ihr nicht Angst, dass sie abbrechen?“ Sie kichert und Junipa ist davon sehr begeistert und wackelt wild mit den Ärmchen.
Als ich umgezogen und mit tonnenweise Makup auf den Augenliedern zurückkehre sind Clark und Elena gerade in ein intensives Gespräch über Umbaumaßnahmen verwickelt. „Ich bin total begeistert von eurem Kinderzimmer. Bei uns im Haus geht es noch drunter und drüber. VJ meint er braucht keine Handwerker, aber ich brauch in wenigen Wochen ein fertiges Kinderzimmer!“ plappert Elena munter weiter. Sie scheint mich nicht zu bemerken und so hole ich Junipa aus ihrem Bettchen. Erst durch ihr fröhliches Quieken werde ich bemerkt.

Clark war so von seiner kleinen grünen Tochter angetan, dass er sie gar nicht loslassen wollte. Für ein Frühstück im Bistro ist es eh schon viel zu spät und noch dazu habe ich bereits gegessen. Also haben Elena und ich uns alleine auf den Weg zum Stadtparkt gemacht. Zuerst schaukelten wir, aber so ein doofes Kind wollte dann unbedingt auch schaukeln und die Mutter war noch viel doofer und wollte uns erst dann in Ruhe lassen, wenn wir die Schaukel freigeben. Zu solch gestörten Müttern wollen wir beide niemals werden, haben wir uns dann geschworen und anschließend sind wir zu einem freien Schachtisch gegangen. Wie das Spiel geht wissen wir nicht, aber wir haben getan als würden wir uns total konzentrieren und jeden Zug genauestens planen und nun lachen wir uns darüber kaputt.

11.8.11 11:38


Schlaf Kindchen schlaf

...deine Mutter ist ein Rockstar


Junipa ist so ein pflegeleichtes Baby. Nachdem meine Mutter von all den Horrorbabygeschichten von mir und Elena angekommen ist, träumte ich nachts von menschenfressenden Babies. Junipa gibt sich mit ihrem Fläschchen zufrieden und gibt dabei unglaublich niedliche Geräusche von sich.
„Das machen alle Babies!“ erklärt Molly irgendwann total trocken und verschwindet daraufhin wieder in ihrem Schlafzimmer. Sandi kichert daraufhin wie eine Irre, aber man sieht die Traurigkeit in ihren Augen trotzdem.

Kaum hat Junipa ihr Fläschchen geleert, werden ihre Augenlieder schwerer und schwerer. Es ist Zeit für ihren Mittagschlaf. Vorsichtig lege ich sie in ihr Bettchen und hole die Gitarre aus dem Wohnzimmer. Früher habe ich so oft gespielt und seit Junipas Geburt habe ich auch endlich wieder jede Menge Gründe zum Spielen. Leider bin ich doch ziemlich aus der Übung gekommen (wobei Clark  immer witzelt, dass ich nie in Übung war. Sehr witzig, ich lach mich gleich tot) und die Töne sind manchmal noch nicht perfekt. Junipa findet es trotzdem super. Sie ist ein großer Fan von mir.
11.8.11 20:14


Ein Büro für alle Fälle

aber ohne Büroparty!



Endlich wurde das letzte Bild aufgehängt und der unglaublich schwere Schreibtisch aus dem Gästezimmer (das schon seit Jahren von Sandi belegt wird) in das Büro nebenan gestellt. Ich habe nicht mehr damit gerechnet, dass das Büro fertig gestellt wird, naja der Anbau war zwar schon bei Junipas Geburt fertig, aber die Inneneinrichtung...
Doch jetzt ist es tatsächlich soweit und ich beschließe, dass heute Abend eine Büroparty stattfinden soll. Bis es soweit ist, übe ich mein Teddybärentheaterstück ein, welches ich zu der Geburt von Elenas Kind aufführen werde. Dummerweise hat der Paketdienst den Bären noch nicht geliefert.

Auch Sandi ist vom Büro angetan. Nicht etwa, weil sie damit mehr Platz in „ihrem“ Zimmer hat, nein sie ist der Meinung, dass sie mit nördlicher Ausrichtung viel kreativer ist. Kurz bevor die Gäste eintreffen sitzt sie deshalb immer noch am Zeichentisch und entwirft mehr oder weniger kreative Kleider. Eigentlich möchte sie ja Superstar werden, aber die Idee Modedesigner zu werden, findet sie auch ganz großartig. Zum Glück verdient ihre Mutter viel Geld...

Um Punkt sieben Uhr, als die Party beginnen sollte, klingelt das Telefon und VJ ist am anderen Ende: „Das, das Baby, es kommt, jetzt. Hilfe Laana!“
Ich weiß nicht was ich sagen soll, bin doch noch gar nicht fertig mit dem Theaterstück und die Party ist doch auch heute und überhaupt. Nein, das Baby darf nicht kommen. Tut es aber trotzdem. Catrina heißt meine kleine Nichte, die (oder besser gesagt ihre Eltern) von mir einen Apfelkuchen geschenkt bekommt (ich muss nur noch die Äpfel pflücken) und das Theaterstück kommt dann eben später. Molly schreibt übrigens ein kleines Gedicht für Catrina, hätte ich gar nicht erwartet, nachdem sie in den vergangenen Wochen so mürrisch war.
11.8.11 20:25


Eine Party für Catrina

ich muss nur noch planen


Nun bin ich also Tante und das muss gefeiert werden. Darum soll für Catrina (und für das Büro) eine Party veranstaltet werden. Da Mollys Getränke das letzte mal definitiv zu viel Alkohol enthielten (und sie zu viel davon getrunken hat, anstatt die Gäste ordentlich zu bedienen) wird die Rolle von jemand anderen übernommen: von Laana, die ihre Aufgabe sehr ernst nimmt und gleich nach dem beliebten Wassersprenklerbad hinter die Bar steht. Da es sich um eine Babyparty handelt werden interessante Rezepte ausgetestet: ein bisschen Milch, ein wenig Banane und ein Gläschen Karottenbrei.

Uargh. Diese Kombination schmeckt einfach nur grauenvoll. Ebenso die folgenden drei Kreationen. Sowas kann man doch nie und nimmer einem Gast anbieten?! Dann doch lieber Gin Tonic.

Die Getränkeplanung ging schneller als erwartet - Clark wurde der Einkaufszettel in die Hand gedrückt - und so konnte Laana tun und lassen was sie wollte. Zuerst hat sie nach Junipa geschaut, die friedlich in ihrem Bettchen lag. Im Anschluss ging Laana schnell wieder in den Garten zum Wassersprenkler. Das Wetter hier ist einfach fabelhaft, ganz zu schweigen vom wundervollen Wassersprenkler.
11.8.11 20:40


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