Traummänner
keine Mindestvertragslaufzeit; Tränen nicht ausgeschlossen

Unser PC ist im Eimer. Sandi behauptet zwar felsenfest, dass sie nichts gemacht hat, aber immerhin steht der PC in ihrem Zimmer und wir anderen waren schon seit Wochen nicht mehr am PC. Molly turtelt nur noch herum und ich verbringe viel Zeit mit Clark, wieso also sollten wir auch noch vor dem PC rumsitzen? Jedenfalls habe ich beiläufig erwähnt, dass unser PC seinen Geist aufgegeben hat. Da war Clark sofort wie Feuer und Flamme. Gleich morgen Mittag würde er kommen und ihn reparieren. Praktisch so ein Mann an seiner Seite. Der gestrige Tag war noch nett und nun sitze ich ziemlich unausgeschlafen im Flur und warte das Clark auftaucht, als das Telefon klingelt. Jared ist dran und ich bin baff. Alles kommt hoch und ich kann kaum etwas sagen. Molly hätte ihn angerufen und gebeten den PC zu reparieren, denn er würde sich bei sowas ja auskennen und außerdem noch nebenan wohnen. Ich bedanke mich und meine, dass ich mich nochmal melde. Es klingelt. Clark ist da.

Ich bin total perplex und kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Bisher habe ich Clark noch nie geküsst oder ähnliches. Was ist, wenn Clark mich auch nur als eine gute Freundin ansieht? Möglicherweise findet er grüne Haut und rosa Haare genauso unattraktiv wie Jared. „Du bist stummer als sonst!“ meint er mit besorgter Miene. Ich registriere es nur am Rande und nicke wie automatisiert. „Hey, ist das nicht dein Lieblingslied?“ er deutet auf die Stereoanlage, nimmt meine Hände und tanzt mit mir. „Laana, du bist die tollste Frau, die ich kenne!“ sagt er uns strahlt. Sagen sie sowas nicht immer? Ist das nicht der Standartspruch? Molly sagt sowas auch andauernd. Monoton meine ich nur: „Der PC steht oben.“

Molly merkt wohl, dass irgendwas nicht stimmt, denn sie führt Clark sofort nach oben. Eigentlich weiß er schon lange wie mein Haus aussieht. Besonders groß ist es ja nicht gerade. „Na was ist denn das Problem“, fragt Clark Molly und schwingt dabei anmutig einen Schraubenschlüssel. Ich dachte er kennt sich mit PCs aus, damit würde ich eher die Dusche reparieren, falls sie kaputt wäre. Ich bin den beiden gefolgt, aber dann im Flur stehen geblieben. Das Problem wurde schnell lokalisiert – jemand hat den Stecker gezogen und stattdessen ein Glätteisen eingesteckt – und genauso schnell wieder behoben, schließlich dauert es nicht lange einen anderen Stecker in die Steckdose zu stecken. „Du bist talentiert. Laana kann sich glücklich schätzen mit dir!“ lobt ihn Molly, denn sie weiß offensichtlich nicht, dass ich nur wenige Schritte von ihr entfernt im Flur stehe. „Ja das hoffe ich, schließlich liebe ich sie von ganzem Herzen, aber ich glaub das hat sie noch nicht begriffen“, erwidert er daraufhin Molly. Ich bin überrumpelt und gehe einen Schritt zurück. Einen Schritt zu weit. Mit einem Rumps stürze ich die Treppe hinunter und lande in der Küche. Verdammt!