Aufgabe 4

erstes doppeltes Date

Mollys Weg zum Liebesglück


So schön habe ich geträumt, von einem Mann, den ich heute beim Gemüsehändler getroffen habe, als ich von merkwürdigem Geplapper aus dem Bad geweckt wurde. Einen Wecker habe ich noch nicht, aber ich habe das Gefühl, dass noch lange keine Aufstehzeit ist. Leise tapse ich zur Türe und öffne sie einen Spalt: Molly steht vor dem Spiegel und übt irgendwelche komischen Texte.
„Ich heiße Molly, bin noch keine 50, kann super kochen, habe eine Tochter, liebe südamerikanische Musik…“
Ich muss kichern und Molly dreht sich beschämt zu mir um: „Ich habe später ein Date und bin so aufgeregt. Ein richtiges Rendezvous hatte ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr und ich habe das Gefühl, dass ich eingerostet bin.“ Ich nicke nur, bitte sie etwas leiser zu sein und verschwinde dann wieder in mein Bett. Eigentlich wollte ich sie erst beim Frühstück überraschen und ihr erzählen, dass ich ein Date mit Ian für sie arrangiert habe. Bestimmt hat sich Sandi verplappert.


Dafür hat Sandi eine Überraschung beim Frühstück: sie hat auch ein Date – mit Morti.
Molly hat dafür kein Gehör, sie ist total aufgeregt. Wie ein kleines Schulmädchen, so wie Sandi. Diese räumt noch schnell ihren Teller auf und verschwindet dann in die Schule.
Molly isst zuerst kaum einen bissen von ihrem Müsli, doch als ihre Tochter aufbricht fällt ihr auf wie spät es schon ist und sie stopft das Frühstück so schnell wie nur möglich in sich hinein.
„Wenn du später auch so isst, hinterlässt du einen bleibenden Eindruck!“ witzel ich und gebe ihr noch den Tipp kein Essen zu bestellen, dass man ohne Besteck isst. Molly guckt mich nur böse an und kurz darauf steht auch schon die Fahrgemeinschaft von ihr vor der Türe.


Molly lässt sich verdammt viel Zeit auf der Arbeit. Ungeduscht wirkt sie auf Ian womöglich weniger damenhaft. Ich werde sehr ungeduldig, aber dann, kurz vor knapp taucht Molly doch noch auf mit dem wohl zauberhaftesten Strahlen in den Augen, das ich je gesehen habe.
„Na freust du dich auf dein Date?“ frage ich und bin sehr erstaunt über Mollys Reaktion, diese guckt mich nur total verwirrt an und erklärt mir dann, dass sie gerade von ihrem Date zurück kehrt. Sandi hat nichts verraten und als ich nun Molly erkläre, dass in wenigen Minuten Ian vor der Türe steht, bleibt die erhoffte große Freude leider aus.
Noch total mit Glückshormonen vom ersten Date vernebelt bändelt Molly jedoch trotzdem mit Ian an. Hoffentlich geht das gut.

28.7.10 20:06


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Liebe geht durch den Magen

und durch ein sechs Sterne Menü


Molly war von Ians Date begeistert. So sehr, dass sie sich wenige Tage später in ihre schönsten Kleider zwängte und Ian einfach zum Essen einlud. „Ich bin eine fünf-Sterne-Köchin, ich muss ihn einfach verzaubern.“ Hatte sie entschlossen gesagt und wollte etwas super Ungewöhnliches zaubern. Im Witz meinte ich Pfannkuchen, doch Molly fand diesen Vorschlag genial. So wurde Ian zum Pfannkuchenessen eingeladen (und ich nicht!).
„Der Teig ist schon angerührt. Setz dich am besten schon mal,“ haucht Molly Ian später an, als er vor der Türe steht.


Die beiden setzten sich raus auf die Terrasse. Sandi und ich hingegen platzieren uns taktisch vor die großen Glasfenster und gucken uns das Schauspiel nun hautnah an. Plötzlich meint Ian, dass Molly noch mindestens einen Stern mehr verdient, da dieses Essen so fabelhaft schmecken würde. Molly war, genauso wie wir hinter der Scheibe, total baff und verschluckte sich und begann fürchterlich zu husten. Weniger damenhaft landen darum viele Stücke des Pfannkuchens wieder auf dem Teller und wir beiden gucken ziemlich angewidert. Ian schien es jedoch gefallen zu haben, er hat jedenfalls keine Miene verzogen. Wow.


Peinlich berührt stürmt Molly ins Bad, angeblich um ihren Lippenstift nachzuziehen. Gerade noch rechtzeitig konnten wir uns ducken.
Ian winkt uns zu, wie wir da so doof hinter dem Sofa lagen. Verdammt, nun kann er uns perfekt angucken. Stört ihn jedoch nicht, er steht auf, stapelt die Teller und trägt sie dann rein um sie abzuspülen. Sandi ist baff „Morti würde sowas bestimmt nie machen.“ Ich nicke und gehe dann zu Molly. Sie ist schon verdammt lange im Bad. Anstatt einer weinenden Molly finde ich jedoch eine strahlende Molly vor. „Das klappt großartig und morgen mache ich Pfannkuchen für Gage!“

31.7.10 12:14


Versalzene Schmetterlinge

Die Küche der Verliebten


Sandi schwärmt den lieben langen Tag von Mortimer. Das geht mir ziemlich auf den Keks, denn so toll kann doch jemand der Mortimer heißt gar nicht sein. Dauernd heißt es nur Morti dies und Morti das. Morti, was für ein behämmerter Spitzname. Er holt Sandi aber jeden Tag daheim ab vor der Schule. So auch heute Morgen. Mir war das ja schon ziemlich unangenehm, als er mich mit „Hallo Frau Turanga“ begrüßte während ich im Nachthemd zum Briefkasten ging.
„Hach ist er nicht süß?“ schwärmte Sandi, aber ich fand seinen Gesichtsausdruck einfach nur zum Schreien komisch. Verliebte sind wirklich blind.


Molly ist aber auch keinen Deut besser. Täglich schwärmt sie von Ian und Gage und mindestens genauso oft steht einer von beiden hier dumm im Haus rum. In meinem Haus!
 Irgendwelche Liebhaber von mir kommen natürlich nicht, ich hab ja nicht mal irgendeinen Liebhaber und Jared knutscht dauernd wie blöde mit dieser komischen Tussi auf der Terrasse rum. Sich draußen aufzuhalten, um beispielsweise zu Malen, ist daher beinahe unmöglich. Außerdem steht auch dauernd Molly im Garten und turtelt mit den Herren rum: „Ach du bist ja der tollste Mann den ich je getroffen habe!“
Komisch irgendwie, dass sie diesen Satz gleich zu zwei Männern sagt.


Auch wenn mir die beiden mit ihrem Verliebt sein furchtbar auf den Wecker gehen, möchte ich auch unbedingt mal wieder Schmetterlinge im Bauch haben. Der nette Mann, den ich vor ein paar Tagen getroffen hab und der übrigens Clark heißt, ist zwar wirklich furchtbar nett, aber irgendwie scheint er wohl eher nur auf Freundschaft aus zu sein. So wie Jared. Ja und mit meinen wirklichen Freunden, also Molly und Sandi, kann ich nichts mehr anfangen. Molly ist sogar so durch den Wind, dass sie so gut wie jedes Essen versalzt. Zum Glück hat sich ihr Chef noch nicht beschwert, was daran liegen könnte, dass sie der Chef ist.
Genervt laufe ich am Strand entlang um Abstand von den beiden zu gewinnen, als sich plötzlich ein Schmetterling auf meine Hand setzt. Mein Magen knurrt, denn von Mollys versalzenem Essen bekomme ich kaum einen Bissen herunter und wie war das doch noch mal gleich mit den Schmetterlingen im Bauch? Schnell öffne ich den Mund um den Schmetterling zu verspeisen, aber dummerweise fliegt er wieder davon…

3.8.10 19:54


25!

Der Zerfall beginnt!


Dieser Tag ist Kacke. Heute habe ich Geburtstag und werde 25. 25! Alt und faltig und hässlich und überhaupt. Ich werde einsam sterben, ohne Mann an meiner Seite. Molly und Sandi haben wegen den ganzen Männern auch bestimmt vergessen mir ein Geschenk zu kaufen. Einfach ein beschissener Tag.
Geknickt gehe ich zu Sandis Lieblingsplatz und werde da bestimmt nie mehr weg gehen, denn sonst sieht jemand wie alt ich aussehe. Irgendwann bekomme ich jedoch Hunger und gehe mürrisch heim.
Dort erwartet mich etwas, das ich nicht erwarte: Eine Überraschungsparty. Alle sind gekommen. Sogar Clark. Hach Clark, jetzt kann es doch noch ein toller Tag werden.

 
Mama und Elena sind auch gekommen. Papa konnte leider nicht kommen, er hat irgendeinen wichtigen Termin beim Geheimdienst. Verwirrende Sache.
Elena sieht bezaubernd aus. Seit meinem Auszug vor 5 Jahren (wow so lange ist das schon her?) hat sie sich zu einer wunderhübschen jungen Lady entwickelt. Jung und hübsch ist sie, nicht so wie ich. Dafür tröstet es mich sehr, dass sie momentan auch Single ist. Die ganzen Pärchen hier überall reichen mir, da muss es bei meiner Familie nicht auch noch so zugehen.


Die Party war ein totaler Erfolg, aber irgendwie fand ich es so ganz ohne Geschenke doof. Klar, Mama hat einen tollen Kuchen gebacken und Sandi und Molly die Party organisiert, aber trotzdem fehlt da irgendwie etwas. Etwas niedergeschlagen möchte ich ins Bett, als endlich die Geschenke kommen: Ein Zeichentisch von Molly, der zu Sandis Pech im Gästezimmer untergebracht wurde, und von Sandi selbst einen Gutschein für einen gemeinsamen Frisörbesuch. Am nächsten Tag wird dieser auch gleich eingelöst. Zuerst fühle ich mich ohne Zopf etwas doof, aber inzwischen mag ich meine neue Frisur.

3.8.10 20:05


Schmutzige Wäsche

Mollys Geheime Liebschaften


Wir haben jetzt eine Waschmaschine. Molly hat sich das gewünscht, denn im Wäschesaloon traf sie regelmäßig auf Gage oder Ian und sie hatte nun Angst eines Tages beiden über den Weg zu laufen. Die beiden würden vermutlich nicht begeistert davon sein. Ich habe noch nie Wäsche gewaschen, aber scheinbar muss ich dies auch jetzt nicht, denn Molly macht dies mit so viel Freude, dass sie mich gar nicht lässt. Macht aber nichts, dann hab ich immerhin mehr Zeit zum malen. Zum Glück hat mir Molly den tollen Zeichentisch geschenkt. So muss ich sie nicht immer beobachten beim rumturteln. Eigentlich kann ich das jetzt aber immer noch, denn der Maltisch steht genau vor dem Fenster. Naja, so höre ich es immerhin nicht.

 
Heute, als ich gerade all meinen Frust an den Buntstiften ausließ, kam Molly ins Gästezimmer und meint sie hätte ein schlechtes Gewissen. Ein großes Lächeln huscht über meine Lippen. Endlich merkt sie, dass sie so nicht mit mir umspringen kann. Doch dann der Schock: sie hat überhaupt nicht wegen mir ein schlechtes Gewissen, sondern wegen Gage und Ian. Na da ist die doch selbst schuld, wenn die so schmutzige Wäsche wäscht. Beleidigt stürmt sie aus dem Zimmer und ruft mir hinterher: „Dann erzähle ich dir eben nichts von meinem absolut tollen Date mit diesem absolut tollen Typen!“ Durch das Fenster sehe ich wie Molly kurz darauf furchtbar beleidigt die Wäsche aufhängt und dabei sorgfältig darauf bedacht ist, mir nur ihre Kehrseite zu zeigen.

10.8.10 19:52


Laana allein daheim

naja, nicht mehr lange...


Ich wollte Molly eigentlich schon beinahe aus dem Haus werfen da mir die ganzen Männerbekanntschaften furchtbar auf den Keks gingen. Zweiter Frühling hin oder her, das ist immer noch mein Haus. Doch dann ganz unerwartet will Molly heute den Tag außer Haus verbringen. In einem Restaurant hat sie ein nettes Essen. Mitten in der Gefahrenzone. Zuerst wollte ich sie noch warnen, aber dann kam mir in den Sinn, dass ich dann den ganzen Tag meine Ruhe habe. Ich könnte malen so viel ich will und ich dürfte sogar Wäsche waschen, aber ich glaube ich bevorzuge das malen. Schnell war Molly verschwunden und Sandi ist nach der Schule sowieso sofort zu Morti gegangen. Auch wenn ich böse auf Molly bin, irgendwie hoffe ich doch, dass sie nicht erwischt wird, denn ich habe ein schlechtes Gewissen, also rufe ich einen Bekannten vom Kostümverleih an und erkläre er solle als Polizist da einfach mal vorbeischauen und wenn’s brenzlich wird, dann soll er das klären. Er ist zwar kein Profi, aber das wird sicherlich nicht auffallen.


Nun habe ich Ruhe. Viel zu viel Ruhe. Ich bin alleine und mir ist langweilig und insgeheim hoffe ich, dass Molly sehr bald vom „Polizisten“ aufgescheucht wird. Doch dann fällt mir Clark wieder ein. Wunderbarer und super toller Clark. Nachdem ich aus meinem Tagtraum erwacht bin, greife ich zum Telefonhörer und rufe ihn spontan an. Siehe da: er ist einem Treffen nicht abgeneigt. Keine zehn Minuten später steht er vor der Türe und der Duft seines wunderbaren Parfüms macht mein Gehirn ganz matt. Ich weiß nicht wie alles genau ablief, aber irgendwann haben wir uns im Arm gehalten. Der schönste Moment meines Lebens. Hach er ist ja so toll. Das muss ich nachher gleich Molly erzählen…

10.8.10 20:02


Traummänner

keine Mindestvertragslaufzeit; Tränen nicht ausgeschlossen


Unser PC ist im Eimer. Sandi behauptet zwar felsenfest, dass sie nichts gemacht hat, aber immerhin steht der PC in ihrem Zimmer und wir anderen waren schon seit Wochen nicht mehr am PC. Molly turtelt nur noch herum und ich verbringe viel Zeit mit Clark, wieso also sollten wir auch noch vor dem PC rumsitzen? Jedenfalls habe ich beiläufig erwähnt, dass unser PC seinen Geist aufgegeben hat. Da war Clark sofort wie Feuer und Flamme. Gleich morgen Mittag würde er kommen und ihn reparieren. Praktisch so ein Mann an seiner Seite. Der gestrige Tag war noch nett und nun sitze ich ziemlich unausgeschlafen im Flur und warte das Clark auftaucht, als das Telefon klingelt. Jared ist dran und ich bin baff. Alles kommt hoch und ich kann kaum etwas sagen. Molly hätte ihn angerufen und gebeten den PC zu reparieren, denn er würde sich bei sowas ja auskennen und außerdem noch nebenan wohnen. Ich bedanke mich und meine, dass ich mich nochmal melde. Es klingelt. Clark ist da.


Ich bin total perplex und kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Bisher habe ich Clark noch nie geküsst oder ähnliches. Was ist, wenn Clark mich auch nur als eine gute Freundin ansieht? Möglicherweise findet er grüne Haut und rosa Haare genauso unattraktiv wie Jared. „Du bist stummer als sonst!“ meint er mit besorgter Miene. Ich registriere es nur am Rande und nicke wie automatisiert. „Hey, ist das nicht dein Lieblingslied?“ er deutet auf die Stereoanlage, nimmt meine Hände und tanzt mit mir. „Laana, du bist die tollste Frau, die ich kenne!“ sagt er uns strahlt. Sagen sie sowas nicht immer? Ist das nicht der Standartspruch? Molly sagt sowas auch andauernd. Monoton meine ich nur: „Der PC steht oben.“


Molly merkt wohl, dass irgendwas nicht stimmt, denn sie führt Clark sofort nach oben. Eigentlich weiß er schon lange wie mein Haus aussieht. Besonders groß ist es ja nicht gerade. „Na was ist denn das Problem“, fragt Clark Molly und schwingt dabei anmutig einen Schraubenschlüssel. Ich dachte er kennt sich mit PCs aus, damit würde ich eher die Dusche reparieren, falls sie kaputt wäre. Ich bin den beiden gefolgt, aber dann im Flur stehen geblieben. Das Problem wurde schnell lokalisiert – jemand hat den Stecker gezogen und stattdessen ein Glätteisen eingesteckt – und genauso schnell wieder behoben, schließlich dauert es nicht lange einen anderen Stecker in die Steckdose zu stecken. „Du bist talentiert. Laana kann sich glücklich schätzen mit dir!“ lobt ihn Molly, denn sie weiß offensichtlich nicht, dass ich nur wenige Schritte von ihr entfernt im Flur stehe. „Ja das hoffe ich, schließlich liebe ich sie von ganzem Herzen, aber ich glaub das hat sie noch nicht begriffen“, erwidert er daraufhin Molly. Ich bin überrumpelt und gehe einen Schritt zurück. Einen Schritt zu weit. Mit einem Rumps stürze ich die Treppe hinunter und lande in der Küche. Verdammt!

10.8.10 20:19


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